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Großartig – und wahrhaftig
ein „King-Size“-Konzert
Ein Abend voller
Rock’n’Roll: Heart to be und King Size Taylor ließen im
Lalu die Finger schnippen
Von Alda Maria Grüter

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Mit Volldampf gab King Size Taylor drei,
vier, fünf Zugaben. Foto: amg |
Hameln.
Diese Alten geben einfach keine Ruhe – und das ist gut
so! King Size Taylor hält die frühen Jahre des Rock’n’
Roll in lebendiger Erinnerung. Am Freitagabend im Lalu
kehrten die goldenen Fifties und swinging Sixties ins
21. Jahrhundert zurück. Kaum einen Klassiker ließen der
imposante Frontmann und seine Dominoes aus – und jeder
Song kam dabei erstaunlich quicklebendig, peitschend,
wummernd, grollend, Variationen sägend, aber auch
wunderschön balladesk – und mitunter auch ein bisschen
kitschig-sentimental – daher. Keine Frage: Dass der gute
alte Rock’n’Roll noch sehr flüssigen Saft aus seinen
Wurzeln zieht, bewiesen auch die knackig-frischen
musikalischen Herzstücke der Vorband Heart to be.
Mit „Whatever you want“ bis „Born to be wild“ traf die
Band von den ersten Stücken an den genau richtigen Nerv.
Querbeet durch die 50er und 60er Jahre servierten die
Musiker aus Hameln und Braunschweig höchst hörenswerte
Ohrwürmer von Chuck Berry, Beatles, Steppenwolf und den
Rolling Stones. Zunächst eher zaghaft tippten die Füße,
schwangen die Hüften und schnippten die Finger – doch je
später der Abend, desto rockiger wurde es.
Der Funke sprang auf das
Publikum über
Vor allem als King Size Taylor &
The Dominoes die Bühne betraten. Gewiss, bei weitem
nicht so wild wie zu alten Star-Club-Zeiten. Doch der
Schwung ist noch da, und der Funke sprang prompt aufs
Publikum über. Um etliche Dezibel lauter als Heart to be
heizten King Size Taylor und die Bandmitglieder mit
„Domino Twist“ und „Slow down“ ein, brachten alles in
Bewegung: Genügend Platz, um sich auszutoben, war
vorhanden – das Ereignis lockte gerade einmal 200 Gäste
an.
So mancher schwelgte dabei wohl in Erinnerungen aus
längst vergangenen Tagen: „Das ist ja fast genau so wie
damals im Star-Club“, fanden Heinz und Hans-Georg Tallig.
Vor 42 Jahren waren die beiden heute 60- und 61-jährigen
Brüder mit ihrem VW-Käfer Richtung Hamburg gefahren, um
ihr Idol zu sehen. Und heute noch ist dieses Gefühl der
Freiheit nicht erloschen, wird spürbar, wenn „I want to
be free“ angestimmt wird. Immer noch werden die Fans
hitzig, wenn King Size Taylor zur Gitarre greift und mit
knarziger Kopfstimme „You make me dizzy, Miss Lizzy“ ins
Mikrofon gröhlt. Dass King Size Taylor nach mehr als
zwei Stunden Rock’n’Roll zugab, „kaputt“ zu sein, mag
man gerne glauben. Aber auch, dass der 68-jährige noch
lange nicht ans Aufhören denkt: „Ich komme wieder“,
versprach er.
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© Dewezet 19. Mai 2008 17:23
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